Wissenswertes rund ums Leinöl von der Holländerwindmühle Straupitz
Der Lein, auch Flachs genannt, ist eine sehr traditionsreiche Kulturpflanze. Bereits vor rund 5000 Jahren wurde er vom Menschen genutzt. Archäologische Funde, unter anderem in alten Gräbern, belegen die Verwendung von Leinenstoffen sowie das Vorkommen von Leinsamen. Aus der Pflanze Lein wird der Leinsamen gewonnen, aus dem wiederum Leinöl hergestellt wird. Die lange Geschichte des Leins zeigt seine bedeutende Rolle in der menschlichen Kultur bis in die heutige Zeit. Bekannte Gelehrte wie Hippokrates, Hildegard von Bingen und Dr. Johanna Budwig betonten die vielseitige Anwendung von Leinsamen und Leinöl.
Unser Tipp
Unser Leinöl lässt sich problemlos im Tiefkühlschrank über mehrere Monate ohne Geschmacks- und Qualitätsverlust aufbewahren. Das Öl kann in der Originalflasche oder auch portionsweise in anderen Gefäßen eingefroren werden. Keine Sorge, die Behälter platzen nicht bei Frost, denn Öl dehnt sich bei Kälte nicht aus. Zum Verzehr die Flasche ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur auftauen und sich das Leinöl schmecken lassen. Die aufgetaute Flasche bitte nicht noch einmal einfrieren.
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Leinölherstellung
Um ein hochwertiges Leinöl zu produzieren, ist die Qualität der Leinsamen entscheidend. Sind diese von schlechter Qualität, wird auch das daraus gewonnene Öl nicht den gewünschten Standard erreichen. Ein hoher Anteil an Fremdsaaten kann den Geschmack negativ beeinflussen und Rückstände von Pestiziden oder Herbiziden können den Wert des Öls mindern. Zudem ist es wichtig, dass beim Pressen des Leinsamenschrotes hohe Temperaturen und hoher Druck vermieden werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten.
In der Holländerwindmühle Straupitz wird diese Philosophie konsequent umgesetzt. Das dort produzierte Leinöl, auch als „Spreewaldgold“ bekannt, wird unter einem Druck von 300 bar kaltgepresst. Da das Öl nicht nachbehandelt, gefiltert oder mit Konservierungsstoffen versetzt wird, bleibt es völlig naturbelassen. Dadurch hat es eine Haltbarkeit von etwa 5 Wochen im Kühlschrank und sollte innerhalb dieser Zeit verbraucht werden.
Leinöl- ein wertvolles Lebensmittel
Leinöl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus, die in der Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Als essenziell werden die Fettsäuren bezeichnet, die für uns lebensnotwendig sind. Diese kann unser Körper aber nicht selbst herstellen, weshalb wir sie über die Nahrung zu uns nehmen müssen. Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt es sich, Leinöl regelmäßig zu verwenden. Dr. Johanna Budwig empfahl beispielsweise, täglich einen Esslöffel Leinöl zu konsumieren, um von seinen ernährungsphysiologischen Vorteilen zu profitieren.
Es ist jedoch zu beachten, dass Leinöl nicht erhitzt werden sollte. Hohe Temperaturen (ab 110 ° C) können das Öl verbrennen, wodurch Transfette entstehen, die uns nur schaden.
Leinöl ist bekannt für seine positiven Eigenschaften in der Ernährung. Es ist reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E, was es zu einem wertvollen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung macht. Es kann helfen, den täglichen Bedarf an essentiellen Fettsäuren zu decken und liefert wichtige Nährstoffe für den Körper.
Leinöl wird auch in vielen Hautpflegeprodukten verwendet, da es ein wichtiger Bestandteil für die Pflege und Feuchtigkeit der Haut ist. Dies zeigt die vielseitige Verwendung von Leinöl in verschiedenen Bereichen.
Leinkuchen- der wertvolle Reststoff
Selbst der Rest von der Leinölherstellung, der Leinkuchen, ist ebenfalls ein nahrhafter Bestandteil. Dieser enthält Ballaststoffe, Schleimstoffe, Eiweiße und einen Restölanteil von 8 bis 10 %. Durch den Verzehr von Leinkuchen kann die Verdauung unterstützt werden, weshalb er eine gute Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung sein kann. Um die Magen-Darm-Flora wieder in Schwung zu bringen: Jeweils 1 bis 2 Esslöffel Leinkuchen zum Essen in Müsli, Joghurt oder Quark einrühren, zum Trinken in Wasser, Tee oder Milch quellen lassen. Beim Verzehr bitte auf ausreichend Flüssigkeitsaufnahme achten.
Der Leinkuchen kann auch zum Backen verwendet werden, die Backware hält sich wesentlich länger frisch. Zum Backen vom Hauptmehl 1/8 weglassen und dafür 1/8 Leinkuchen hinzugeben. Leinkuchen eignet sich auch zum Panieren. Dazu den Leinkuchen mit dem normalen Paniermehl mischen, um bspw. Schnitzel oder Fisch einen etwas nussigen Geschmack zu verleihen. Des Weiteren kann der Leinkuchen der Boulettenmasse beigefügt werden, um ein wunderbares Aroma zu erhalten. Richtig schmackhaft ist der Leinkuchen auch mit zerlassener Butter auf Spargel und Blumenkohl.
Leinsamen- Wussten Sie schon?
Da Leinsamen ein hohes Quellvermögen besitzen, sollten sie mit reichlich Flüssigkeit verzehrt werden. Um die positiven Wirkungen optimal zu nutzen, empfiehlt es sich, Leinsamen kurz vor dem Verzehr zu schroten oder zu zerquetschen (Z. B. mit Kaffeemühle oder Mörser), da der Körper die Inhaltsstoffe ganzer Samen kaum verwerten kann. Alternativ können ganze Leinsamen vorab in Wasser quellen gelassen werden. Leinsamen enthalten natürlicherweise Substanzen, die beim Zerkleinern Blausäure freisetzen. Durch Erhitzen beim Kochen oder Backen nimmt der Blausäuregehalt ab. Der Verzehr von Leinsamen ist für Erwachsene unbedenklich, wenn täglich nicht mehr als 20 Gramm (circa 2 Esslöffel) gegessen werden. Für rohe Leinsamen gilt eine Grenze von 15 Gramm pro Mahlzeit; bei höherem Konsum oder Kindern ist Vorsicht geboten. (Quelle: Bundesamt für Risikobewertung).
Wichtig ist außerdem, dass Leinsamen Arzneimittel binden und deren Wirkung beeinträchtigen können. Daher sollte zwischen dem Verzehr von Leinsamen und der Einnahme von Medikamenten mindestens eine Stunde Abstand liegen.
Geschmacksunterschiede
Bei unserem Leinöl handelt es sich um ein Naturprodukt, welches in mühevoller Handarbeit hergestellt wird. Bei der Qualität und letztlich auch beim Aroma der Leinsaat spielen die Niederschläge und die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Angrenzende Anbaufelder sowie auch die Reinigung der Leinsaat haben ebenfalls Einfluss auf den Geschmack des Leinöls. Jede Leinsamen-Charge kann anders schmecken. Der Geschmack hängt auch davon ab, was man zuvor gegessen oder getrunken hat. Trinkt man zum Beispiel vor dem Verzehr Kaffee, kann Leinöl strenger schmecken. Unser Bio-Leinöl (Leinsaat vom Bio-Landwirt) ist in der Regel etwas milder als das konventionelle Leinöl. Die Geschmacksbeurteilung ist aber immer subjektiv!
Pellkartoffeln, Quark und Leinöl
Sahnequark (40 % Fett) mit kalter Milch cremig rühren und mit Salz herzhaft abschmecken. Dazu können feingehackte Zwiebeln, Schnittlauch und Gewürzgurkenscheiben gereicht werden. Die Pellkartoffeln werden heiß serviert und mit dem Quark vermengt. Das Leinöl wird anschließend nach Belieben darüber geträufelt. Auch zum marinierten Hering sowie in allen Gemüse- und Obstsalaten schmeckt Leinöl sehr gut.
